UGC Creator zu werden, klingt für viele zunächst nach dem perfekten Online-Nebenverdienst - oder, wie es auf Social Media oft dargestellt wird: der perfekte Hauptverdienst oder der geheime Weg aus dem Job-Hamsterrad.
Auf Social Media sieht man immer wieder Videos von Menschen, die angeblich mit wenigen Stunden Arbeit mehrere Tausend Euro im Monat durch digitales Marketing verdienen. Teilweise wird der Eindruck vermittelt, man müsse lediglich ein paar Videos mit dem Smartphone aufnehmen und könne damit bereits ein hohes Einkommen erzielen.
Doch wie sieht der UGC Creator Verdienst in der Realität wirklich aus? Kann man tatsächlich 1.000, 3.000 oder sogar 5.000 Euro im Monat verdienen? Und wie viel Arbeit steckt wirklich hinter den scheinbar einfachen Social-Media-Videos?
Wir klären in diesem Blog und Forum genau auf.
UGC steht für User Generated Content. Gemeint sind Inhalte, die wie authentische Beiträge von normalen Nutzerinnen und Nutzern wirken. Dazu gehören beispielsweise:
Produktvorstellungen
Erfahrungsberichte und Videos mit Erfahrungen
Unboxing-Videos
Testimonial-Videos
„Problem-Lösung“-Videos
TikTok- und Instagram-Reels
Werbevideos für Meta Ads oder TikTok Ads
Ein UGC Creator produziert solche Inhalte im Auftrag von Unternehmen. Dabei muss der Creator nicht unbedingt selbst eine große Reichweite besitzen.
Das ist ein wichtiger Unterschied zum Influencer-Marketing.
Ein Influencer wird häufig dafür bezahlt, dass er seine eigene Community erreicht. Ein UGC Creator wird dagegen in erster Linie für die Produktion des Contents bezahlt. Das Unternehmen kann das Video anschließend beispielsweise auf dem eigenen Instagram- oder TikTok-Kanal oder als bezahlte Werbung verwenden.
Die Verdienstmöglichkeiten unterscheiden sich stark. Einen festen Standardpreis gibt es nicht.
Ein Anfänger kann für ein einzelnes Video beispielsweise etwa 80 bis 300 Euro erhalten. Mit einem guten Portfolio, professionellerem Auftreten und mehr Erfahrung können auch 200 bis 700 Euro pro Video realistisch sein.
Erfahrene Creator, die besonders gute Werbevideos produzieren oder sich auf bestimmte Branchen spezialisiert haben, können teilweise auch höhere Preise verlangen. Für einzelne Videos oder umfangreiche Content-Pakete können dann 700 Euro oder mehr möglich sein.
Allerdings sollte man sich vor einem wichtigen Fehler hüten:
Der Preis eines Videos ist nicht automatisch der tatsächliche Stundenlohn.
Ein Video, das für 200 Euro verkauft wird, ist nicht unbedingt in einer Stunde produziert - sondern oft in mehreren oder sogar an mehreren Tagen.
Viele unterschätzen den Aufwand, der hinter einem scheinbar kurzen 30-Sekunden-Video steckt.
Zum Arbeitsprozess können gehören:
Das Briefing des Kunden lesen
Das Produkt verstehen und testen
Ideen und Hooks entwickeln
ein Skript oder einen Ablauf erstellen
das Video mehrfach aufnehmen
passende Szenen filmen
das Video schneiden
Untertitel hinzufügen
Musik oder andere Elemente integrieren
Änderungswünsche des Kunden umsetzen
das fertige Video exportieren und hochladen
mit dem Kunden kommunizieren
Rechnungen und organisatorische Aufgaben erledigen
Ein 30-sekündiges Video kann dadurch schnell mehrere Stunden Arbeit verursachen.
Wenn ein Creator beispielsweise 200 Euro für ein Video erhält, aber insgesamt vier Stunden daran arbeitet, entspricht das zunächst einem Umsatz von 50 Euro pro Stunde. Davon müssen jedoch noch weitere Kosten und gegebenenfalls Steuern berücksichtigt werden.
In vielen Social-Media-Videos wird mit hohen monatlichen Einnahmen geworben. Dabei wird häufig nicht deutlich zwischen Umsatz und Gewinn beziehungsweise tatsächlichem Einkommen unterschieden.
Wer beispielsweise 3.000 Euro Umsatz im Monat mit UGC erzielt, hat nicht automatisch 3.000 Euro zur freien Verfügung.
Mögliche Kosten sind unter anderem:
Steuern
Krankenversicherung
Kamera oder Smartphone
Beleuchtung
Mikrofon
Schnittsoftware
Computer
Fahrtkosten
Produktkosten
Arbeitszeit für Akquise
unbezahlte Gespräche und Korrekturen
Ein UGC Creator sollte deshalb immer mit dem Nettoverdienst beziehungsweise Gewinn rechnen und nicht nur mit der beeindruckenden Umsatzsumme.
Die Realität hängt stark davon ab, wie viele Kunden man gewinnt, wie hoch die eigenen Preise sind und ob es gelingt, wiederkehrende Aufträge zu erhalten.
In den ersten Monaten müssen viele UGC Creator zunächst ein Portfolio aufbauen. Häufig gibt es noch keine großen Kundenreferenzen.
Man produziert möglicherweise Beispielvideos, kontaktiert Unternehmen und bewirbt sich auf Aufträge.
In dieser Phase kann der monatliche Umsatz sehr unterschiedlich ausfallen. Manche verdienen zunächst gar nichts, andere erzielen bereits erste Einnahmen.
Ein monatlicher Umsatz von 0 bis 1.000 Euro kann für die Anfangsphase durchaus realistisch sein.
Wer ein gutes Portfolio besitzt und regelmäßig Kunden akquiriert, kann den UGC Creator Verdienst deutlich steigern.
Einige wiederkehrende Kunden können dabei einen großen Unterschied machen.
Statt jeden Monat komplett neue Auftraggeber suchen zu müssen, produziert man beispielsweise regelmäßig Content für dieselben Unternehmen.
Ein monatlicher Umsatz von 1.000 bis 3.000 Euro kann als Nebeneinkommen durchaus erreichbar sein, ist aber keineswegs automatisch garantiert.
Auch 5.000 Euro Monatsumsatz oder mehr sind grundsätzlich möglich. Dafür braucht es jedoch normalerweise mehr als ein paar gelegentliche Einzelaufträge.
Dazu können gehören:
höhere Preise
größere Content-Pakete
mehrere Kunden gleichzeitig
wiederkehrende Aufträge
spezielle Branchenkenntnisse
besonders gute Werbevideos
zusätzliche Leistungen wie Konzepte oder Skripte
Wer beispielsweise fünf Kunden hat, die regelmäßig Content bestellen, befindet sich in einer völlig anderen Situation als jemand, der jeden Monat auf die Suche nach seinem ersten Auftrag gehen muss.
Ein häufiger Fehler von Anfängern besteht darin, sich ausschließlich auf die Optik zu konzentrieren.
Ein UGC-Video muss nicht unbedingt wie ein aufwendig produzierter Werbespot aussehen.
Für viele Unternehmen ist ein authentisches Video sogar besonders interessant.
Wichtiger ist häufig:
Ist der Einstieg interessant?
Wird ein echtes Problem angesprochen?
Wirkt die Person glaubwürdig?
Wird das Produkt verständlich erklärt?
Gibt es einen klaren Grund, warum jemand das Produkt kaufen sollte?
Funktioniert das Video als Werbung?
Ein Creator, der versteht, warum ein Video verkauft, kann langfristig häufig mehr verdienen als jemand, der lediglich schöne Aufnahmen produziert.
UGC ist daher nicht nur ein kreativer Job. Es hat auch eine starke Marketing-Komponente.
Nein. Das ist einer der großen Vorteile von UGC.
Ein UGC Creator muss nicht zwangsläufig 100.000 Follower auf TikTok oder Instagram besitzen.
Die Marke kauft häufig nicht deine Reichweite, sondern deine Fähigkeit, authentischen Content zu produzieren.
Das bedeutet, dass auch Menschen mit einer kleinen oder gar keiner großen Community Chancen haben können.
Natürlich kann eine eigene Reichweite zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Dann kann man sowohl als UGC Creator als auch als Influencer arbeiten.
Für klassische UGC-Aufträge ist eine große Followerzahl jedoch nicht zwingend erforderlich.
Die Produktion des Videos ist oft nicht einmal die größte Herausforderung.
Viele Anfänger stellen sich vor, dass Unternehmen automatisch auf sie zukommen, sobald sie ein Profil als UGC Creator erstellen.
In der Realität muss man häufig aktiv Kunden suchen.
Mögliche Wege sind:
Unternehmen direkt anschreiben
sich auf UGC-Plattformen bewerben
Social Media nutzen
ein Portfolio aufbauen
Kontakte zu Agenturen knüpfen
bestehende Kunden weiterempfehlen lassen
Gerade die Akquise wird oft unterschätzt.
Ein Creator kann sehr gute Videos produzieren. Wenn niemand davon weiß, entstehen trotzdem keine Einnahmen.
Deshalb gehört auch Verkauf und Selbstvermarktung zum UGC-Geschäft.
Wer sich mit dem Thema UGC beschäftigt, stößt schnell auf Aussagen wie:
„Verdiene 5.000 Euro im Monat mit deinem Smartphone.“
Solche Versprechen sind nicht grundsätzlich unmöglich. Sie können aber einen falschen Eindruck erzeugen.
Denn ein erfolgreiches Beispiel ist nicht automatisch der Normalfall.
Wenn jemand mit UGC 5.000 Euro im Monat verdient, bedeutet das nicht, dass jeder Anfänger dieses Ergebnis ebenfalls erreicht.
Man sollte deshalb immer fragen:
Handelt es sich um Umsatz oder Gewinn?
Wie viele Stunden werden tatsächlich gearbeitet?
Wie lange hat es gedauert, dieses Einkommen aufzubauen?
Wie viele Kunden sind notwendig?
Wie viel Geld wurde für Equipment und Ausbildung ausgegeben?
Wie regelmäßig sind die Aufträge?
Ein einzelner erfolgreicher Creator kann zeigen, was möglich ist. Er beweist jedoch nicht, dass dieses Ergebnis für alle realistisch ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt: UGC ist normalerweise kein passives Einkommen.
Man wird für eine konkrete Leistung bezahlt.
Du produzierst ein Video und erhältst dafür Geld. Für den nächsten Auftrag musst du normalerweise erneut arbeiten.
Das unterscheidet UGC beispielsweise von digitalen Produkten.
Bei einem digitalen Produkt kann ein Produkt einmal erstellt und anschließend mehrfach verkauft werden. Ein UGC Creator produziert dagegen für jeden Kunden neuen Content.
Beide Modelle haben daher unterschiedliche Vorteile.
UGC kann besonders interessant sein, wenn man:
gerne vor der Kamera steht
kreativ ist
gerne Videos produziert
schnell Ergebnisse erzielen möchte
Dienstleistungen verkaufen möchte
Digitale Produkte können dagegen interessant sein, wenn man langfristig ein skalierbares Online-Geschäft aufbauen möchte.
Ein digitales Produkt kann beispielsweise ein:
Onlinekurs
E-Book
Guide
Template
Coachingprogramm
Mitgliederbereich
sein.
Der große Unterschied liegt in der Skalierbarkeit.
Wenn du ein UGC-Video für 200 Euro produzierst, musst du für den nächsten Kunden normalerweise erneut arbeiten.
Wenn du dagegen ein digitales Produkt für 99 Euro verkaufst, kann dasselbe Produkt theoretisch mehrfach verkauft werden.
Beispielsweise:
1 Verkauf pro Tag = 99 Euro Umsatz
10 Verkäufe pro Woche = 990 Euro Umsatz
100 Verkäufe im Monat = 9.900 Euro Umsatz
Natürlich bedeutet das nicht, dass diese Verkäufe automatisch entstehen. Auch digitale Produkte benötigen Marketing, Reichweite und ein gutes Angebot.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Ein digitales Produkt muss nicht für jeden einzelnen Kunden komplett neu produziert werden.
Hier erfährst du mehr über diese grandiose Geschäftsmöglichkeit.
Ja, grundsätzlich ist das möglich.
Allerdings ist UGC nicht für jeden automatisch ein lukratives Geschäftsmodell.
Wer langfristig davon leben möchte, benötigt in der Regel:
ein gutes Portfolio
professionelle Kommunikation
zuverlässige Arbeitsweise
eine klare Positionierung
regelmäßige Kundenakquise
überzeugende Inhalte
ein Verständnis für Marketing
Besonders interessant können Nischen sein, in denen man sich gut auskennt.
Beispielsweise:
Beauty
Fitness
Ernährung
Technik
Mode
Reisen
Haustiere
Software
Finanzen
Lifestyle
Eine klare Spezialisierung kann dabei helfen, sich von anderen Creatorn abzuheben.
UGC ist meiner Erfahrung nach eine der realistischeren Möglichkeiten, online mit einer konkreten Fähigkeit Geld zu verdienen.
Allerdings sollte man die Branche realistisch betrachten.
UGC ist:
kein garantierter Schnell-reich-Weg
kein komplett passives Einkommen
nicht automatisch leicht
nicht nur „ein bisschen vor der Kamera stehen“
Es ist eine Dienstleistung.
Du produzierst Content für Unternehmen und wirst dafür bezahlt.
Wer bereit ist, sich Fähigkeiten in den Bereichen Video, Marketing, Kommunikation und Verkauf anzueignen, kann sich damit durchaus ein interessantes Nebeneinkommen aufbauen.
Die größten Verdienstmöglichkeiten entstehen jedoch wahrscheinlich nicht dadurch, dass man einfach möglichst viele einzelne Videos für möglichst wenig Geld produziert.
Langfristig geht es darum, bessere Kunden zu gewinnen, höhere Preise durchzusetzen und möglichst wiederkehrende Aufträge zu erhalten.
Wer außerdem über den klassischen UGC-Bereich hinausdenkt, kann seine Fähigkeiten auch für andere Online-Geschäftsmodelle nutzen.
Beispielsweise für Social-Media-Marketing, Werbeanzeigen, eigene digitale Produkte oder andere Dienstleistungen.
Die Realität beim UGC Creator Verdienst lautet daher: Ja, mehrere Tausend Euro Monatsumsatz sind möglich. Aber sie sind kein Standard und entstehen normalerweise nicht ohne Arbeit, Marketing, Kundenakquise und Erfahrung.
Wer mit realistischen Erwartungen startet und UGC als echtes Geschäftsmodell statt als schnellen Geld-Hack betrachtet, hat vermutlich die besten Chancen, langfristig erfolgreich zu werden.