„Verdiene täglich 373 Euro mit deinem Smartphone und KI.“
Solche Werbeanzeigen tauchen derzeit immer häufiger auf – vor allem auf Facebook, Instagram und YouTube. Einer der Anbieter, der mit diesem Versprechen wirbt, ist Bora Imren und sein Programm „The Exit Code“. Doch wie realistisch sind solche Einkommensversprechen wirklich?
Die Idee klingt verlockend: Ein Smartphone, künstliche Intelligenz und ein paar Minuten bis 2 Stunden Arbeit am Tag sollen ausreichen, um mehrere hundert Euro täglich zu verdienen. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten spricht diese Botschaft viele Menschen an.
Doch genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick.
Ein täglicher Verdienst von 373 Euro entspricht mehr als 11.000 Euro pro Monat. Das ist ein Einkommen, das viele Arbeitnehmer selbst in Vollzeit nicht erreichen.
Wer mit einer derart konkreten Summe wirbt, sollte diese Behauptung nachvollziehbar belegen können. Für durchschnittliche Teilnehmer gibt es jedoch keine öffentlich überprüfbaren Nachweise, dass solche Ergebnisse regelmäßig erzielt werden.
Hinzu kommt: Künstliche Intelligenz ist ein leistungsfähiges Werkzeug – aber keine Gelddruckmaschine. Sie kann Prozesse beschleunigen, Inhalte erstellen und Arbeitsabläufe automatisieren. Den wirtschaftlichen Erfolg erzielt jedoch immer noch der Mensch, der die KI sinnvoll einsetzt.
Viele Online-Coachings und Business-Kurse verwenden ähnliche Marketingstrategien:
konkrete Einkommensversprechen,
„kein Vorwissen erforderlich“,
„nur mit Smartphone und KI“,
automatisierte Einnahmen oder passives Einkommen,
kostenloses Webinar als Einstieg,
anschließend ein kostenpflichtiges Coaching oder Mentoring.
Diese Merkmale bedeuten nicht automatisch, dass ein Angebot unseriös und nicht seriös ist. Sie sollten uns jedoch dazu veranlassen, genauer hinzusehen und kritische Fragen zu stellen.
Die Antwort lautet: Ja, das ist möglich – allerdings anders, als viele Werbeanzeigen suggerieren.
KI eröffnet heute zahlreiche Möglichkeiten, ein digitales Einkommen aufzubauen. Allerdings geschieht das nicht über Nacht und auch nicht ohne Einsatz. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, sollte sich auf den Aufbau eines echten Geschäftsmodells konzentrieren.
Mit KI lassen sich Blogartikel, Social-Media-Beiträge, Videoskripte oder Newsletter deutlich schneller erstellen. Wer sich eine Reichweite aufbaut und regelmäßig hilfreiche Inhalte veröffentlicht, kann später über Werbung, Kooperationen oder eigene Produkte Einnahmen erzielen.
Texterstellung, Grafikdesign, Social-Media-Betreuung, Übersetzungen oder virtuelle Assistenz lassen sich mit KI effizienter erledigen. Viele Freelancer nutzen KI bereits, um ihre Produktivität zu steigern und ihren Kunden bessere Ergebnisse zu liefern.
E-Books, Vorlagen, Online-Kurse, Checklisten oder Print-on-Demand-Produkte können mit Unterstützung von KI entwickelt und über verschiedene Plattformen oder einen eigenen Shop verkauft werden.
Wer hochwertige Inhalte veröffentlicht und passende Produkte empfiehlt, kann Provisionen verdienen. Der Schlüssel liegt darin, Vertrauen aufzubauen und echten Mehrwert zu bieten – nicht darin, möglichst schnell Verkäufe zu erzielen.
Erfolgreiche Unternehmer verdienen ihr Geld nicht, weil sie eine bestimmte KI nutzen, sondern weil sie Probleme lösen. Je größer der Nutzen für die Zielgruppe, desto größer sind langfristig auch die Verdienstmöglichkeiten.
Viele Werbeanzeigen vermitteln den Eindruck, KI erledige die Arbeit und das Geld komme automatisch.
Die Realität sieht anders aus.
KI ist ein Werkzeug – vergleichbar mit einem Computer oder einer professionellen Kamera. Sie macht Menschen schneller und effizienter, ersetzt aber weder Fachwissen, Kreativität noch unternehmerisches Denken.
Nachhaltiger Erfolg entsteht durch Lernen, Ausprobieren, kontinuierliche Verbesserung und den Aufbau eines echten Mehrwerts für Kunden.
Bevor Geld für ein Coaching oder Programm ausgegeben wird, empfiehlt es sich, folgende Fragen zu stellen:
Werden realistische Einkommensbeispiele gezeigt?
Gibt es unabhängige Erfahrungsberichte?
Sind sämtliche Kosten transparent?
Werden Risiken und notwendiger Arbeitsaufwand offen kommuniziert?
Ist das Geschäftsmodell nachvollziehbar und langfristig tragfähig?
Wer diese Fragen nicht eindeutig beantworten kann, sollte besonders vorsichtig sein.
Statt nach einer vermeintlichen Geheimformel zu suchen, lohnt es sich, die Mathematik hinter einem Online-Business zu verstehen.
Nehmen wir an, Sie entwickeln ein digitales Produkt – zum Beispiel ein E-Book, einen Online-Kurs, einen KI-Prompt-Katalog, Vorlagen für Canva oder Excel oder einen Videokurs – und verkaufen dieses Produkt für 100 Euro.
Verkaufen Sie ein Exemplar pro Tag, ergibt sich folgende Rechnung:
100 Euro pro Tag
700 Euro pro Woche
rund 3.000 Euro Umsatz pro Monat
über 36.000 Euro Umsatz pro Jahr
Natürlich entstehen je nach Geschäftsmodell Kosten für Steuern, Zahlungsanbieter, Werbung oder Software. Dennoch zeigt dieses einfache Beispiel, dass bereits wenige Verkäufe pro Tag ein solides Einkommen ermöglichen können.
Der entscheidende Unterschied zu vielen Werbeversprechen besteht darin, dass hinter jedem Verkauf ein echter Mehrwert steht. Ein digitales Produkt löst ein konkretes Problem, spart Zeit, vermittelt Wissen oder erleichtert die Arbeit der Kunden. Genau dafür sind Menschen bereit zu bezahlen.
Der große Vorteil digitaler Produkte: Sie werden nur einmal erstellt und können anschließend beliebig oft verkauft werden. KI kann dabei helfen, Ideen zu entwickeln, Texte zu erstellen, Grafiken zu entwerfen oder Marketinginhalte zu produzieren. Sie ersetzt jedoch nicht die Aufgabe, ein hochwertiges Produkt zu entwickeln und die passende Zielgruppe zu erreichen.
Wer langfristig erfolgreich sein möchte, konzentriert sich daher nicht auf die Frage: „Wie verdiene ich schnell 373 Euro am Tag?“, sondern auf die wesentlich wichtigere Frage: „Welches Problem kann ich lösen, sodass Menschen gerne 100 Euro für meine Lösung bezahlen?“
Genau hier beginnt nachhaltiges Online-Business – nicht mit einem Versprechen, sondern mit einem Produkt, das echten Nutzen bietet. Hier mehr dazu.
Programme wie „The Exit Code“ sprechen einen verständlichen Wunsch an: finanzielle Freiheit durch digitales Marketing und künstliche Intelligenz.
Ob das jeweilige Angebot hält, was die Werbung verspricht, muss jeder Interessent sorgfältig prüfen. Außergewöhnliche Einkommensversprechen sollten grundsätzlich kritisch hinterfragt werden – insbesondere dann, wenn sie suggerieren, mit minimalem Aufwand seien hohe und regelmäßige Gewinne nahezu garantiert.
Die gute Nachricht lautet jedoch: Mit KI lässt sich tatsächlich Geld verdienen. Allerdings geschieht das in der Regel nicht durch eine geheime Formel oder einen „Exit Code“, sondern durch den Aufbau eines echten Geschäftsmodells, die Lösung konkreter Probleme und die Bereitschaft, kontinuierlich dazuzulernen.
Wer KI als Werkzeug versteht und nicht als Wundermittel, hat heute bessere Chancen denn je, sich Schritt für Schritt ein zusätzliches oder sogar vollständiges Online-Einkommen aufzubauen. Der Weg dorthin erfordert Zeit, Ausdauer und Engagement – dafür basiert er auf einem nachhaltigen Fundament statt auf unrealistischen Versprechen.