THE C.O.D.E. (oder einfach nur The Code) von Lydia Ruf wird als umfassendes Online-Business-System für Menschen vermarktet, die sich mit digitalem Marketing, Social Media und digitalen Produkten ein eigenes Einkommen aufbauen möchten. Besonders auffällig ist dabei das 80-%-Resell-Modell: Wer den Kurs kauft, erhält laut Anbieterin gleichzeitig das Recht, THE C.O.D.E. selbst weiterzuverkaufen und dabei 80 % Provision zu erhalten - was Ähnlichkeiten mit einem klassischen Schneeballsystem hat.
Genau dieses Modell macht THE C.O.D.E. interessant – wirft aber gleichzeitig einige Fragen auf. Denn zwischen einem umfangreichen Onlinekurs und einem Geschäftsmodell, bei dem Käufer den gleichen Kurs anschließend selbst vermarkten, besteht ein wichtiger Unterschied.
THE C.O.D.E. ist ein deutschsprachiger Onlinekurs, der verschiedene Bereiche des Online-Marketings miteinander verbindet. Dazu gehören unter anderem:
Social Media Marketing
digitales Marketing
Affiliate Marketing
Faceless Marketing
Personal Branding
Erstellung eigener digitaler Produkte
Verkaufspsychologie
Funnel
KI und Automatisierung
Content-Erstellung
Nach den öffentlich verfügbaren Angaben umfasst der Kurs mehr als 250 Lektionen beziehungsweise über 12 Module und mehr als 14 Stunden Videomaterial. Zusätzlich gibt es eine Community und weitere Vorlagen und Materialien.
Damit ist THE C.O.D.E. kein reiner Instagram-Kurs und auch kein ausschließliches Affiliate-Marketing-Training. Vielmehr versucht Lydia Ruf, verschiedene Bausteine eines digitalen Geschäftsmodells in einem einzigen Programm zusammenzufassen.
Der aktuell öffentlich angegebene Preis liegt bei 597 Euro. Teilweise wird auch eine Ratenzahlung angeboten.
Interessant ist dabei, dass die ursprüngliche Preispositionierung offenbar deutlich höher dargestellt wird. Auf Lydia Rufs eigener Website wird THE C.O.D.E. derzeit mit einem durchgestrichenen Preis von 1.597 Euro und einem Angebotspreis von 597 Euro angezeigt.
Für potenzielle Käufer ist deshalb wichtig, nicht nur auf einen vermeintlichen Rabatt zu schauen. Entscheidend ist letztlich die Frage:
Ist der tatsächliche Nutzen des Kurses die Investition von 597 Euro wert?
Das lässt sich nicht allein anhand der Anzahl der Lektionen beantworten.
Der wohl ungewöhnlichste Bestandteil von THE C.O.D.E. sind die Resell Rights.
Laut Anbieterin darf man THE CODE nach dem Kauf selbst weiterverkaufen und erhält dabei 80 % Provision. Die öffentlich verfügbaren Informationen beschreiben außerdem weitere digitale Produkte innerhalb des Pakets, bei denen teilweise sogar 100 % des Verkaufserlöses genannt werden.
Das verändert die Betrachtung des Kurses erheblich.
Man kauft also nicht lediglich einen Kurs, um beispielsweise Instagram-Marketing zu lernen. Man erhält gleichzeitig die Möglichkeit, genau diesen Kurs selbst als Produkt zu vermarkten.
Angenommen, THE C.O.D.E. kostet 597 Euro.
Bei einer Provision von 80 % wären das rechnerisch:
597 € × 80 % = 477,60 €
Ein erfolgreicher Verkauf könnte damit eine Provision von rund 477,60 Euro bedeuten.
Das klingt zunächst attraktiv.
Aber hier liegt auch einer der wichtigsten Punkte der kritischen Betrachtung:
Eine hohe Provision ist noch kein Einkommen.
Damit überhaupt eine Provision entsteht, muss zunächst ein Kunde gewonnen werden, der den Kurs tatsächlich kauft.
Dafür benötigt man beispielsweise Reichweite, Content, Vertrauen, eine passende Zielgruppe und einen funktionierenden Verkaufsprozess.
Das Resell-Modell ist nicht automatisch problematisch. Es kann grundsätzlich ein legitimes Affiliate- beziehungsweise Weiterverkaufsmodell sein.
Allerdings entsteht eine besondere Dynamik:
Eine Person kauft THE C.O.D.E., um zu lernen, wie man online Geld verdient.
Anschließend kann sie THE C.O.D.E. selbst verkaufen und damit Geld verdienen.
Der nächste Käufer kann wiederum genau dasselbe tun.
Dadurch entsteht ein Geschäftsmodell, bei dem ein Teil der Nachfrage nach dem Kurs gleichzeitig durch Menschen entstehen kann, die den Kurs selbst gekauft haben und nun lernen möchten, ihn weiterzuverkaufen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass es sich um ein Schneeballsystem handelt. Entscheidend ist vielmehr, woher das Geld letztendlich kommt und was tatsächlich verkauft wird.
Wenn der Umsatz hauptsächlich dadurch entsteht, dass immer neue Teilnehmer den Kurs kaufen, um anschließend weitere Teilnehmer für denselben Kurs zu gewinnen, sollte man sich das Modell besonders genau ansehen.
Anders sieht es aus, wenn der Kurs tatsächlich Wissen vermittelt und Käufer dieses Wissen anschließend nutzen, um beispielsweise eigene digitale Produkte, Dienstleistungen oder andere Geschäftsmodelle aufzubauen.
Ein weiterer Punkt, den man kritisch betrachten sollte, ist die Vorstellung eines weitgehend automatisierten Online-Business.
THE C.O.D.E. wird unter anderem mit Automatisierung, fertigen Funnels und KI positioniert. In öffentlich verfügbaren Beschreibungen wird sogar von einem Business „auf Autopilot“ und einer weitgehenden Automatisierung gesprochen.
Automatisierung kann tatsächlich bestimmte Aufgaben vereinfachen.
Ein Funnel kann beispielsweise Interessenten automatisch durch einen Verkaufsprozess führen. KI kann bei der Erstellung von Content helfen. E-Mail-Sequenzen können automatisch verschickt werden.
Was dadurch allerdings nicht automatisch entsteht, sind Kunden.
Auch ein automatisierter Funnel benötigt Besucher.
Auch ein KI-generiertes Video benötigt eine Zielgruppe.
Und auch ein Affiliate-Link verdient kein Geld, wenn niemand darauf klickt und anschließend kauft.
Deshalb sollte man zwischen automatisierten Abläufen und automatisierten Einnahmen unterscheiden.
THE C.O.D.E. richtet sich ausdrücklich auch an Anfänger ohne bestehende Reichweite und ohne Vorkenntnisse.
Das ist grundsätzlich möglich.
Man benötigt nicht zwingend bereits 10.000 Instagram-Follower, um mit Online-Marketing zu beginnen.
Allerdings bedeutet „ohne Follower“ nicht automatisch „ohne Reichweite“.
Wer ein digitales Produkt verkaufen möchte, muss Menschen erreichen.
Das kann beispielsweise über:
TikTok
YouTube
SEO
bezahlte Werbung
E-Mail-Marketing
Kooperationen
geschehen.
Der entscheidende Punkt lautet deshalb:
Keine bestehenden Follower zu haben kann ein Startpunkt sein – es bedeutet aber nicht, dass keine Arbeit für Reichweitenaufbau und Kundengewinnung notwendig ist.
Auf Verkaufs- und Workshopseiten finden sich Beispiele von Teilnehmerinnen mit teilweise hohen Umsätzen. Eine öffentlich zugängliche Workshop-Seite nennt beispielsweise Testimonials mit mehreren tausend Euro monatlichem Einkommen.
Solche Beispiele können zeigen, was einzelne Personen erreicht haben.
Sie zeigen jedoch nicht automatisch, was ein durchschnittlicher Käufer von THE C.O.D.E. verdient.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Ein Beispiel wie „8.400 Euro im Monat“ beantwortet beispielsweise nicht die Fragen:
Wie viele Käufer haben deutlich weniger verdient?
Wie lange hat es bis zu diesem Ergebnis gedauert?
Wie viel Zeit wurde investiert?
Wie hoch waren Werbeausgaben?
Wurde der Umsatz oder der Gewinn angegeben?
Welche Reichweite war vorhanden?
Welche Vorkenntnisse bestanden?
Wer THE C.O.D.E. kaufen möchte, sollte deshalb Einkommensbeispiele als individuelle Ergebnisse und nicht als Einkommensgarantie betrachten.
Die öffentlich verfügbaren Informationen sprechen dafür, dass THE C.O.D.E. ein reales, aktiv angebotenes Onlinekurs- und Community-Angebot von Lydia Ruf ist. Es gibt eine Verkaufsseite, einen regulären Checkout, Kursmaterialien und eine Community.
Die Frage „Ist THE C.O.D.E. seriös?“ sollte allerdings von der Frage getrennt werden:
„Kann ich damit garantiert Geld verdienen?“
Das sind zwei völlig unterschiedliche Fragen.
Ein seriöser Onlinekurs kann wertvolle Inhalte enthalten und trotzdem keine Garantie dafür bieten, dass jeder Teilnehmer damit Geld verdient.
Gerade beim Online-Business hängen Ergebnisse von zahlreichen Faktoren ab: Nische, Angebot, Marketing, Reichweite, Verkauf, Konkurrenz, Umsetzung und Ausdauer.
Es gibt durchaus Argumente, die für das Konzept sprechen.
Der Kurs versucht, viele Themen in einem Programm zu bündeln. Statt mehrere einzelne Kurse zu Social Media, Affiliate Marketing, digitalen Produkten, Branding und KI zu kaufen, erhält man diese Themen innerhalb eines größeren Systems.
Hinzu kommen Community, Vorlagen, Updates und die Möglichkeit, den Kurs laut Anbieterin selbst weiterzuverkaufen.
Für einen Anfänger kann eine solche Zusammenfassung praktisch sein.
Kritisch sehen kann man insbesondere die große Themenbreite.
250+ Lektionen klingt beeindruckend. Für Anfänger kann eine große Kursbibliothek aber auch bedeuten, dass man schnell den Überblick verliert.
Außerdem ist der Kurs mit 597 Euro keine kleine Investition.
Wer bereits Erfahrung mit Social Media, Affiliate Marketing, Funnels oder digitalen Produkten besitzt, benötigt möglicherweise nicht sämtliche Inhalte.
Und das Resell-Modell kann dazu führen, dass der Schwerpunkt sehr stark auf dem Verkauf von THE C.O.D.E. selbst liegt.
Deshalb sollte man vor dem Kauf genau prüfen:
Möchte ich tatsächlich ein Online-Business aufbauen – oder suche ich hauptsächlich nach einer Möglichkeit, diesen Kurs weiterzuverkaufen?
Das sind zwei unterschiedliche Ausgangspunkte.
Allein die Tatsache, dass ein digitales Produkt weiterverkauft werden darf, macht THE C.O.D.E. nicht automatisch zu einem Schneeballsystem.
Für eine seriöse Einordnung muss man betrachten, wie das Geschäftsmodell tatsächlich funktioniert.
Relevant sind unter anderem folgende Fragen:
Gibt es einen eigenständigen Produktnutzen?
Wird tatsächlich ein digitales Produkt mit konkretem Inhalt verkauft?
Entsteht die Vergütung durch Produktverkäufe?
Müssen Teilnehmer hauptsächlich weitere Teilnehmer gewinnen?
Gibt es einen realen Markt außerhalb der Teilnehmerstruktur?
Wie stark hängt der Umsatz davon ab, dass immer neue Personen den Kurs kaufen?
Besonders kritisch wäre ein Modell, bei dem der eigentliche wirtschaftliche Anreiz fast ausschließlich darin besteht, weitere Menschen zum Kauf und anschließenden Weiterverkauf des gleichen Produkts zu bewegen.
Ob diese Grenze erreicht wird, lässt sich nicht allein aus der Tatsache ableiten, dass THE C.O.D.E. Resell Rights anbietet.
Wer nach THE C.O.D.E. Erfahrungen sucht, sollte nicht nur positive Erfahrungsberichte lesen.
Sinnvoll ist es, mehrere Perspektiven miteinander zu vergleichen:
1. Was wird tatsächlich gelehrt?
Nicht nur die Zahl der Videos ist entscheidend. Wichtig ist, ob die Inhalte für die eigene Situation relevant sind.
2. Wie funktioniert das Resell-Modell genau?
Die Lizenzbedingungen sollten vor dem Kauf gelesen werden. Nach öffentlich verfügbaren Angaben darf der Kurs beispielsweise nicht einfach verändert, selbst gehostet oder auf Plattformen wie eBay, Kleinanzeigen oder Etsy angeboten werden.
3. Wie realistisch sind die Einkommensbeispiele?
Ein einzelnes Erfolgserlebnis sagt wenig darüber aus, welche Ergebnisse typische Teilnehmer erreichen.
4. Wie viel Eigenleistung ist notwendig?
Auch mit KI, Templates und fertigen Funnels müssen Inhalte erstellt, Zielgruppen angesprochen und Verkäufe generiert werden.
5. Was passiert, wenn der Weiterverkauf nicht funktioniert?
Wer den Kurs primär kauft, um ihn anschließend weiterzuverkaufen, sollte sich bewusst machen, dass dafür kein automatischer Kundenstrom existiert.
THE C.O.D.E. von Lydia Ruf ist ein umfangreiches Online-Business-Programm, das Themen wie digitales Marketing, Social Media, Affiliate Marketing, digitale Produkte, Faceless Marketing, KI und Automatisierung miteinander verbindet.
Besonders außergewöhnlich ist das 80-%-Resell-Modell.
Genau darin liegt gleichzeitig eine der interessantesten und kritischsten Seiten des Angebots.
Die Möglichkeit, einen 597-Euro-Kurs mit einer beworbenen Provision von 80 % weiterzuverkaufen, kann für jemanden interessant sein, der bereits weiß, wie er Kunden erreichen und Produkte vermarkten kann.
Sie sollte aber nicht mit einem garantierten Einkommen verwechselt werden.
Wer THE C.O.D.E. kauft, um anschließend online Geld zu verdienen, muss weiterhin Reichweite aufbauen, Content produzieren, Vertrauen schaffen und Verkäufe generieren.
Auch die teilweise verwendeten Begriffe wie „Autopilot“, „passives Einkommen“ oder hohe Einkommensbeispiele sollten deshalb realistisch eingeordnet werden. Automatisierung kann Prozesse vereinfachen – sie ersetzt aber nicht automatisch Marketing und Vertrieb.
THE C.O.D.E. ist daher vor allem dann interessant, wenn man tatsächlich die Grundlagen des digitalen Marketings lernen und anschließend selbst umsetzen möchte. Wer dagegen in erster Linie eine schnelle und möglichst automatische Einnahmequelle sucht, sollte die Versprechen besonders genau prüfen.
ÜBER DEN AUTOR

Sascha Hönisch
Sascha ist Blogger und Experte für das Thema "Online Geld verdienen durch "Cloudselling". Auf diesem Blog gibt er dir seine Erfahrungen und wichtigsten Learnings mit auf den Weg! Hier erfährst du, wie auch du mit digitalen Produkten online Geld verdienen kannst.