Meine Fitline Erfahrungen - Eher negativ als Positiv - Warnung

FitLine Erfahrungen: Wenn der Vertriebspartner selbst auf den Produkten sitzen bleibt

Wer sich mit FitLine und dem dahinterstehenden MLM/Network-Marketing Modell beschäftigt, findet neben positiven Erfahrungsberichten auch kritische eher negative Schilderungen ehemaliger oder unzufriedener Kunden und Vertriebspartner. Ein besonders interessantes Beispiel stammt aus einem öffentlich zugänglichen Forum und wurde bereits vor über 10 Jahren veröffentlicht. Der damalige Verfasser trat unter dem Namen „Fitline Tester“ auf und schilderte seine Erfahrungen als sogenannter Teampartner.

Seine Geschichte zeigt vor allem ein Problem, das bei Network-Marketing- und Direktvertriebsmodellen grundsätzlich relevant sein kann: Wer Produkte selbst kauft oder ein Abonnement abschließt, trägt zunächst eigene Kosten. Wenn es anschließend nicht gelingt, die Produkte weiterzuverkaufen oder neue Kunden zu gewinnen, entsteht daraus ein finanzielles Risiko für den Vertriebspartner. Das ist eben MLM und sollte nicht mit einem Schneeball System ähnlichen Konzept wie Motomation verglichen werden.

Einstieg als FitLine-Teampartner

Nach seiner eigenen Schilderung sei er nach längerer Überzeugungsarbeit durch einen Bekannten dazu gebracht worden, bei FitLine als Teampartner einzusteigen. Dabei habe er nicht nur für sich selbst ein Abo abgeschlossen, sondern auch für ein Familienmitglied.

Besonders relevant ist die von ihm genannte Größenordnung: Er beschreibt einen monatlichen Preis von ungefähr 78 Euro pro Abo. Da er nach eigenen Angaben zwei Abos hatte, bedeutete dies zunächst rund 156 Euro monatliche Ausgaben. Diese Zahlen stammen aus seiner damaligen persönlichen Darstellung und sind nicht ohne Weiteres auf heutige FitLine-Preise übertragbar.

Der entscheidende Punkt seiner Geschichte war jedoch nicht allein der Preis. Er war gleichzeitig als Teampartner daran interessiert, die Produkte anderen Menschen zu empfehlen und zu verkaufen.

Damit entstand eine Situation, die für viele Direktvertriebsmodelle typisch ist: Der Vertriebspartner ist zunächst selbst Kunde und soll anschließend weitere Kunden für die Produkte gewinnen.

Das Problem: Wie verkauft man ein Produkt, von dem man selbst nicht überzeugt ist?

Der Verfasser berichtet, dass er die Produkte zunächst gemeinsam mit einer weiteren Person testete. Nach seiner persönlichen Einschätzung habe er keine körperliche Veränderung festgestellt. Außerdem berichtet er über Beschwerden nach der Einnahme eines bestimmten Produkts und erwähnt auch negativ Erfahrungen von Freunden.

Diese Aussagen sind persönliche Erfahrungsberichte und keine medizinische Bewertung der FitLine-Produkte. Sie zeigen aber, warum seine Situation für den anschließenden Vertrieb problematisch wurde.

Denn als Teampartner sollte er die Produkte anderen Menschen empfehlen und verkaufen. Gleichzeitig schrieb er sinngemäß, dass es schwierig sei, ein Produkt zu verkaufen, von dem man selbst nicht besonders überzeugt ist.

Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied zwischen dem bloßen Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels und dem Einstieg in ein Vertriebsmodell und ins MLM/Network-Marketing.

Ein normaler Kunde kann ein Produkt ausprobieren und anschließend entscheiden, ob er es erneut kauft. Ein Vertriebspartner hat dagegen zusätzlich den Anreiz, das Produkt anderen Menschen zu empfehlen. Wenn die eigene Überzeugung fehlt, wird der Verkauf entsprechend schwieriger.

Eigene Ausgaben sind nicht automatisch Einnahmen

Diese negativen Erfahrungen in dem Fall macht außerdem deutlich, dass man zwischen Umsatz und Gewinn unterscheiden muss.

Wenn ein Vertriebspartner beispielsweise Produkte für 100 Euro kauft, hat er zunächst 100 Euro ausgegeben. Erst wenn er diese Produkte tatsächlich mit einem ausreichenden Aufschlag beziehungsweise einer entsprechenden Provision weiterverkauft, kann daraus ein wirtschaftlicher Vorteil entstehen.

Das bedeutet:

Produktkauf ≠ Einkommen

und

Vertriebspartnerschaft ≠ garantierter Gewinn.

Wer regelmäßig selbst Produkte kauft, aber keine oder nur wenige Kunden gewinnt, kann seine Ausgaben möglicherweise nicht durch Verkaufserlöse ausgleichen.

Das ist besonders wichtig, wenn ein Vertriebssystem mit regelmäßigen Bestellungen, Abonnements oder größeren Produktpaketen verbunden ist.

Der damalige Bericht beschreibt zusätzlich Probleme mit der gelieferten Ware

Der Forenautor kritisierte in seinem negativ Erfahrungsbericht außerdem den Zustand einzelner Lieferungen. Er schrieb, dass Pulver teilweise verklumpt beziehungsweise verklebt gewesen seien. Außerdem erwähnte er beschädigte Verpackungen bei Parfüms, die er als Geschenke bestellt habe.

Auch diese Darstellung ist als Behauptung des damaligen Kunden beziehungsweise Partners zu verstehen und nicht als allgemeingültige Aussage über die Lieferqualität von FitLine.

Interessant ist sie trotzdem, weil sie zeigt, dass seine Unzufriedenheit nicht ausschließlich mit dem Geschäftsmodell zusammenhing. Er schilderte mehrere unterschiedliche Probleme: die persönliche Einschätzung der Produkte, die Schwierigkeit des Weiterverkaufs sowie Probleme bei Lieferungen und Abrechnungen.

Besonders kritisch sah er die Abrechnungen

Ein weiterer negativer Punkt seiner Schilderung betrifft die monatlichen Abrechnungen.

Der Autor bezeichnete diese nach seiner Darstellung als schwer nachvollziehbar. Als Beispiel nannte er einen Monat, in dem er nach eigenen Angaben rund 700 Euro Umsatz gemacht habe, anschließend aber nur einen sehr kleinen Scheck erhalten habe. Der im ursprünglichen Beitrag genannte Betrag ist in der heute zugänglichen Darstellung teilweise abgeschnitten, weshalb man hier keine konkrete Auszahlungssumme ergänzen sollte.

Das Beispiel zeigt einen wichtigen Punkt, der auch unabhängig von FitLine für Network Marketing gilt:

Hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch hohen persönlichen Gewinn.

Von einem Umsatz können beispielsweise Produktkosten, Rabatte, Rückerstattungen, Versandkosten oder andere Kosten beziehungsweise Bedingungen des Vergütungsplans relevant sein. Deshalb sollte man bei Aussagen wie „700 Euro Umsatz“ immer fragen, wie viel davon tatsächlich als Einkommen beim Vertriebspartner ankommt.

Warum dieser Erfahrungsbericht für Interessenten interessant ist

Der Fall ist vor allem deshalb interessant, weil er eine Perspektive zeigt, die in Werbeaussagen über Direktvertrieb leicht untergehen kann.

Auf der einen Seite steht die Möglichkeit, Produkte weiterzuempfehlen und dafür Provisionen beziehungsweise andere Vergütungen zu erhalten. Auf der anderen Seite steht der Vertriebspartner zunächst selbst in einer wirtschaftlichen Beziehung zum Unternehmen.

Das kann bedeuten, dass bereits Kosten entstehen, bevor überhaupt ein einziger externer Kunde gewonnen wurde.

Wenn ein Vertriebspartner beispielsweise selbst Produkte bestellt, ein Abo nutzt oder mehrere Produkte für Demonstrationen und Empfehlungen anschafft, entsteht ein finanzieller Aufwand. Kann er anschließend keine ausreichende Zahl von Kunden gewinnen, muss er prüfen, ob sich diese Ausgaben für ihn überhaupt rechnen.

Ein ähnliches Problem zeigt sich auch in anderen öffentlich zugänglichen Erfahrungsberichten

Der historische Bericht steht nicht völlig isoliert da. Auch neuere öffentliche Beschwerden von FitLine-Kunden thematisieren unter anderem Abonnements, Rückgaben und die Kommunikation mit Vertriebspartnern.

So beschreibt eine 2021 veröffentlichte Beschwerde auf Reclabox eine Person, die nach eigener Darstellung zunächst nur testen wollte, nach eigener Aussage aber anschließend als Teampartner registriert worden sei. Die Person berichtet außerdem von einem Starterkit mit Unterlagen für den Vertrieb und davon, die restlichen Produkte nach einigen Wochen zurückgeben zu wollen.

Auch auf Trustpilot finden sich aktuelle Erfahrungsberichte mit unterschiedlichen Einschätzungen. Einige Nutzer berichten beispielsweise über Probleme mit Abonnements oder Rückgaben, während andere ausdrücklich positive Erfahrungen mit Produkten und der Teampartnerschaft schildern. Das zeigt, dass die Erfahrungen keineswegs einheitlich sind.

Der entscheidende Punkt: Was passiert mit nicht verkauften Produkten?

Für einen Interessenten, der FitLine als Geschäftsmöglichkeit betrachtet, ist deshalb eine ganz konkrete Frage entscheidend:

Was passiert, wenn ich Produkte kaufe, aber anschließend keine Kunden finde?

Denn ein Geschäftsmodell kann auf dem Papier attraktive Provisionen vorsehen. Das sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob ein einzelner Vertriebspartner tatsächlich profitabel arbeitet.

Wer beispielsweise regelmäßig Produkte für den Eigenbedarf kauft und gleichzeitig versucht, weitere Kunden zu gewinnen, sollte seine tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen.

Eine einfache Rechnung könnte so aussehen:

Provisionen und Verkaufserlöse – eigene Produktkosten – sonstige Geschäftskosten = tatsächliches Ergebnis

Wenn beispielsweise monatlich 150 Euro für eigene Produkte ausgegeben werden, aber nur 50 Euro Provisionen entstehen, liegt trotz einer bestehenden Vertriebsaktivität zunächst ein negativer Saldo von 100 Euro vor.

Der entscheidende Faktor ist deshalb nicht, wie viele Produkte insgesamt verkauft werden oder wie hoch der Unternehmensumsatz ist, sondern was beim einzelnen Vertriebspartner nach allen eigenen Kosten tatsächlich übrig bleibt.

Vorsicht vor der Verwechslung von Umsatz, Provision und Gewinn

Gerade bei Erfahrungsberichten über Network Marketing sollte man deshalb genau hinschauen.

Ein Vertriebspartner kann beispielsweise von:

  • hohem Umsatz,

  • vielen Kunden,

  • großen Bestellungen,

  • Provisionen,

  • Boni,

  • Rabatten oder

  • einem großen Team

berichten.

Keine dieser Zahlen zeigt für sich allein, wie viel Geld tatsächlich verdient wurde.

Wer beispielsweise 1.000 Euro Umsatz generiert, aber 800 Euro für eigene Produkte, Versand, Veranstaltungen oder andere Kosten aufwendet, hat nicht 1.000 Euro Gewinn gemacht.

Der historische FitLine-Bericht ist deshalb weniger als Beweis dafür interessant, dass „FitLine nicht funktioniert“, sondern vielmehr als Beispiel dafür, welche finanziellen Fragen ein angehender Vertriebspartner vor dem Einstieg stellen sollte.

Was Interessenten vor dem Einstieg prüfen sollten

Wer überlegt, FitLine-Teampartner zu werden, sollte sich daher vor allem folgende Fragen schriftlich beantworten lassen:

  1. Muss ich regelmäßig selbst Produkte kaufen?

  2. Gibt es ein verpflichtendes Abo oder kann ich vollständig ohne regelmäßige Eigenkäufe arbeiten?

  3. Welche monatlichen Kosten entstehen tatsächlich?

  4. Welche Kosten entstehen zusätzlich durch Veranstaltungen, Schulungen oder Marketing?

  5. Was passiert mit Produkten, die ich gekauft, aber nicht verkauft habe?

  6. Unter welchen Bedingungen kann ich Produkte zurückgeben?

  7. Wie hoch ist die tatsächliche Provision pro Verkauf?

  8. Wie wird die Provision berechnet?

  9. Wie viele Vertriebspartner erzielen nach Abzug ihrer eigenen Kosten tatsächlich einen Gewinn?

  10. Kann ich das Geschäft ausschließlich durch den Verkauf an Endkunden betreiben?

Gerade die letzte Frage ist wichtig. Ein Interessent sollte verstehen, ob das wirtschaftliche Modell hauptsächlich auf tatsächlichen Endkundenverkäufen basiert oder ob eigene Produktkäufe und der Aufbau einer Vertriebsorganisation eine wesentliche Rolle spielen.

Fazit des Falles negativer Erfahrungen

Der historische Erfahrungsbericht des damaligen FitLine-Teampartners zeigt eine mögliche Schwierigkeit des Direktvertriebs sehr anschaulich: Der Einstieg in den Vertrieb kann zunächst mit eigenen Ausgaben verbunden sein, während der spätere Verkauf an andere Menschen keineswegs automatisch funktioniert.

Der Verfasser berichtet, dass er selbst Produkte und Abonnements gekauft hatte, diese anschließend ausprobieren ließ und anschließend Schwierigkeiten damit hatte, die Produkte anderen Menschen überzeugend zu empfehlen. Hinzu kamen nach seiner Darstellung Probleme mit Lieferungen und der Nachvollziehbarkeit von Abrechnungen.

Man sollte daraus allerdings nicht ableiten, dass jeder FitLine-Partner dieselben Erfahrungen macht. Es handelt sich um einen einzelnen historischen Erfahrungsbericht, dem andere positive Erfahrungsberichte gegenüberstehen.

Die Geschichte verdeutlicht vielmehr ein allgemeines Risiko, das bei jedem Vertriebsmodell mit eigenen Produktkäufen besteht: Wer zunächst selbst Geld investiert, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass sich diese Ausgaben später durch Verkäufe wieder hereinholen lassen.

Für eine seriöse Bewertung sollte deshalb weniger die Frage „Kann man mit FitLine Geld verdienen?“ im Mittelpunkt stehen, sondern die wesentlich konkretere Frage:

Wie hoch sind die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben eines durchschnittlichen Vertriebspartners – und wie viele der gekauften Produkte werden tatsächlich an unabhängige Endkunden verkauft?